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Atari Jaguar
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Das Atari Jaguar wurde Ende 1993 in den USA und 1994 auch in Europa und Japan auf den Markt gebracht und war die letzte von Atari produzierte Hardware. Obwohl das Jaguar als 64 Bit System intensiv mit TV-Werbung ("Do the math") beworben wurde, war nur der Grafikprozessor wirklich 64 Bit. Der Soundprozessor hatte 32 Bit und die mit 13,295 MHz getaktete CPU war ein zu diesem Zeitpunkt veralteter Motorola 68000 mit nur 16 Bit. Die Grafik- und Soundchips tragen den Namen "Tom" und "Jerry". Der Hauptspeicher war 2 MB groß, die Spielemodule konnte bis zu 6 MB Daten aufnehmen. Doch durch die Vielzahl an CPUs war die Programmierung der Konsole schwierig und diverse Hardware-Fehler und Bugs mussten umgangen werden, was den Mangel an Software-Titel erklärt. Die angepriesenen Multimedia-Fähigkeiten können erst mit der im September 1995 veröffentlichten, optionalen CD-Erweiterung ausgenutzt werden. Damit kann man die Konsole um weitere Funktionalität erweitern. Ein paar Spiele nutzten die Möglichkeiten die eine CD bot aus. Außerdem war auch das Abspielen von Audio-CDs möglich, das am Bildschirm mit einer Animation dargestellt wurde. Von dieser Erweiterung existieren allerdings nur 25.000 bis 50.000 Stück. Eine weitere Erweiterung, das Jaguar Virtual Reality, wurde gar nicht veröffentlicht, es existieren aber Prototypen. Dieser Helm mit integriertem Bildschirm und Bewegungs-Erkennung mittels Infrarot wurde nur auf Messen vorgestellt.

Trotz der guten Technik und dem späteren CD-Aufsatz und im Laufe der Zeit gefallenem Preis des Jaguar-Systems wurde es kein Erfolg und nur ca. 100 Spiele erschienen dafür. Atari konnte an die Glanzzeiten, als man mit dem 2600 System Marktführer war, nicht mehr anschließen. Laut Angaben von Atari wurden bis Ende 1993 nur ca. 17.000 Einheiten bei der Markteinführung verkauft. Ende 1994 meldete Atari, dass 100.000 Systeme verkauft wurden und Ende des Jahres 1995 lag der Absatz weiterhin stark hinter Ataris Erwartungen zurück. Dies wurde vor allem auf die Markteinführung der Konkurrenz-Systeme Sony PS1 und Sega Saturn zurückgeführt, aber auch der Mangel an Software und fehlende Third-Party-Entwickler. 1996 gibt Atari bekannt, dass zwischen dem Marktstart 1993 und 1995 ca. 125.000 Jaguar verkauft wurden. Zum Jahreswechsel 1995/1996 hatte Atari zusätzlich 100.000 Konsolen im Lager. Somit liegt die Angabe zu den Verkaufszahlen zwischen 125.000 und 250.000 Stück. Das Jaguar war damit die letzte Hardware von Atari. Das geplante JagDuo, ein Jaguar mit CD-Erweiterung in einem Gehäuse und der Nachfolger des Jaguar, das Jaguar II, wurde nicht mehr auf den Markt gebracht.



Das Gehäuse ist modern und flach gestaltet. An der Oberseite ist der Jaguar-Schriftzug, das Atari-Logo und der Schriftzug "64-Bit Interactive Multimedia System" aufgedruckt. Außerdem befindet sich vorne mittig der Ein-/Ausschalter mit Power-LED. Das Jaguar startet allerdings nur, wenn ein Modul eingesteckt ist. Obwohl das Gehäuse an der Oberseite ähnlich rund wie ein CD-Laufwerk ist, gibt es weiter hinten nur einen Modulport. Als Zubehör gab es eine optionale CD-Erweiterung, die allerdings nur wenig Verbreitung fand.


An der Vorderseite gibt es zwei Anschlüsse für Controller. Sie verwenden den Atari-eigenen 15 poligen, erweiterten Joystick Anschluss wie er schon beim Atari 1040 STE und Falcon eingesetzt wurde. Zwischen den Anschlüssen ein erhabenes Atari-Logo als Detail.


Die Rückseite bietet folgende Anschlüsse (von links nach rechts): Netzteil-Anschluss (9V, 1,2A, Minuspol innen und Pluspol außen), DMA-Anschluss, A/V-Ausgang und Antenne (RF/TV-Modulator). Leider ist der AV-Anschluss nur ein Platinen-Kontakt und benötigt daher ein spezielles Anschlusskabel.


Die Unterseite des Atari Jaguar. Dieses wurde, eher untypisch für Atari, in Amerika produziert.


Innen eine in SMD-Technik gefertigte Platine. Hinten links der TV-Modulator, der in Europa fix eingestellt war aber in anderen Ländern einen Kanalwahlschalter hatte. Außerdem zu sehen die Motorola 68000 CPU (rechts unten, quadratischer Chip) sowie die Custom-Chips "Tom" und "Jerry".


Der "PowerPad"-Controller bot drei Aktionstasten, Steuerkreuz, Option, Pause und ein Tastenfeld mit 12 zusätzlichen Tasten. Über letztere konnte man je nach Spiel mitgelieferte Overlays schieben, die die Funktionen der Tasten für das jeweilige Spiel erklärten. Das Pad ist relativ groß und stabil verarbeitet, allerdings liegt es nicht gut in der Hand. Es hat den erweiterten Atari-Joystickanschluss mit 15 Pins. Das "PowerPad" gabe es auch in den Farben grau/blau für den Atari Falcon Computer. Ab Ende 1995 gab es den erweiterten "ProController" mit drei weiteren Tasten X, Y, Z und zwei Schultertasten. Leider weisen diese weiteren Tasten dieselbe Funktion auf wie die Zahlentasten. Somit ist der einzige Vorteil die bessere Erreichbarkeit der Tasten, allerdings gibt es keiner zusätzlichen Funktionen.
Betriebssystem

Startbildschirm des Atari Jaguar mit Animation und Start-Sound.
Interessantes
Rechte
Nachdem Hasbro Interactive die angeschlagene Firma Atari aufgekauft hatte, wurde das Jaguar als "Offene Plattform" freigegeben. Damit kann jeder Spiele und Software dafür entwickeln, sogenannte Homebrew. Auch heute noch hat das Jaguar eine Fangemeinde. Außerdem wurden von Firmen einige damals unveröffentlichte Titel freigegeben.

Gehäuse
Imagin Systems kaufte die Spritzguss-Formen zur Produktion von Jaguar, Jaguar CD und Modul-Gehäusen. Mit leichten Änderungen an der Form des Jaguar wurde ein weißes Jaguar-Gehäuse für eine Dentalkamera mit dem Namen "HotRod" hergestellt.

Nachfolger
Das JagDuo soll Produktionskosten senken und Jaguar sowie die CD-Erweiterung "JagCD" in einem Gehäuse vereinen. Es existierten davon nur Mustergehäuse, aber es wurde keine Technik verbaut. Auch das für Ende 1996 vorgesehene Jaguar 2, das mit dem Jaguar kompatibel bleiben sollte, wurde aufgrund der finanziellen Situation nicht fertiggestellt. Neben der CPU Motorola 68EC020 mit 26,59 MHz waren die Chips "Tom 2" und "Jerry 2" vorgesehen.
3D Modell
nicht vorhanden!
Technische Daten
Erscheinungsjahr: 1993
Gebaut bis: 1996
Ca. Neupreis: 249 $ (heute ca. 300 €)
später 99 $ (heute ca. 120 €)
Prozessor/Takt: Motorola 68000 (13,3 MHz)
Arbeitsspeicher: 2 MB
Betriebssystem: -
Grafikchip: Tom
Auflösung: 768 x 756
Farben: 16,7 Millionen
Soundchip: Jerry
Sound: 4 Stimmen, Stereo
Maße: 325 x 210 x 55 mm
Anschlüsse: Modulschacht
Netzteil
HF (Antenne)
DSP
Video-Out (speziell)
2xJoystick (15 polig, erweitert)
Erweiterungen intern: keine
Verkaufszahlen: ca. 125.000 bis 250.000
Rarität:
Sammlung
Die abgebildeten Geräte befinden sich in der Sammlung!
Dazu passend
Passendes Zubehör für die Konsole Atari Jaguar:
- keine in Sammlung
© 2012-2013, Stefan Egger.
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