
Der Amiga war damals ein Computer, der seiner Zeit weit voraus war. Um es klar auszudrücken: Der Amiga hatte 4096 Farben als IBM-PCs max. 16 Farben hatten. Während PC-Anwender MS-DOS Befehle in die Tastatur hämmerten, hatte der Amiga eine grafische Benutzeroberfläche. Auch der Sound war damals unglaublich: Der Amiga ist der erste Computer, der beliebige Textengaben als Sprache ausgeben konnte. Kurz gesagt: Der Amiga ist der erste Multimedia-Computer der Welt und hat viele Konzepte heute aktueller PCs damals schon geboten.
Amiga-Modelle
A1000 (1985)
Er hat mit der Multitasking-Benutzeroberfläche Workbench, hervorragende Grafik und Ton viele beeindruckt. Im Gehäuse sind Unterschriften aller Entwickler und den Pfotenabdruck von Jay Miners Hund Mitchy!
A500 (1987)
Der preiswerte Amiga 500, technisch dem A1000 sehr ähnlich, wurde ein großer Erfolg. In einem Tastaturcomputer-Gehäuse ist er aber nur schlecht erweiterbar und zielt daher auf den Heimanwender.
A2000 (1987)
Der A2000 ist ein professionelles Desktop-Gerät. Im Gegensatz zum Amiga 1000 ist er stark erweiterbar und bietet viel Platz im Inneren des Gehäuses. Die Erweiterungs-Karten für die "Zorro"-Steckplätze benötigten keine Treiber-Installation - ein weiteres heute unter dem Namen "Plug&Play" verbreitetes Konzept.
A3000 und A3000-T (1990)
Die 2. Amiga-Generation kam mit Kickstart 2.0 und leicht überarbeiteten ECS-Grafik-Chipsatz auf den Markt. Das OS 2.0 enthält Verbesserungen gegenüber der Version 1.x. Der A3000 ist ein teures Desktop-Gerät und zielte daher auf professionelle Anwender. Er war auch in einer Tower-Version als A3000-T erhältlich.
CDTV (1990)
Diese Mischung aus CD-Player und Amiga 500 ist der erste Multimedia-Computer und der erste Computer mit serienmäßigem CD-Rom-Laufwerk. Das CDTV war der Zeit ca. 2-3 Jahre voraus, war zu teuer und technisch nicht ganz aktuell und wurde daher kein Erfolg.
A500 Plus (1991)
1991 kommt der A500 Plus mit Kickstart 2.0 und ECS-Chipsatz auf den Markt. Schlecht programmierte Spiele und Programme, die sich nicht an die Richtlinien von Commodore gehalten haben, liefen mit Kickstart 2.0 nicht mehr. Daher wurde neben dem A500 Plus auch der A500 weiterhin angeboten.
A600 (1991)
Der Amiga 600 ist ein kleiner, verbesserter Amiga 500 und entspricht technisch mit Kickstart 2.0 und ECS-Chipsatz weitgehend dem Amiga 500 Plus. Neu ist die PCMCIA-Schnittstelle sowie der IDE-Anschluss für interne Festplatten. Leider war der neue Tastaturcomputerer inkompatibel und schlecht erweiterbar. Einige Programme benötigten den Nummernblock auf der Tastatur, welcher beim Amiga 600 fehlte. Anfänglich als günstiges Modell geplant, wurde er später doch teuer verkauft - und wurde ein Flop, auch weil er technisch nur wenig mehr bot als der sechs Jahre alte A1000.
A4000 (1992)
Der Amiga 4000 hat endlich einen wesentlich erweiterten AGA-Grafik-Chipsatz. Das professionelles Desktopgerät ist intern gut erweiterbar. Er war auch in einer Tower-Version als A4000-T erhältlich.
A1200 (1992)
Der A1200 ist ein Tastaturcomputer, der wie der A4000 den neuen Chipsatz AGA verwendet. Trotzdem er ein kompaktes Gehäuse hat, ist er gut erweiterbar und verkaufte sich gut. Kickstart und Workbench lagen wie beim A4000 zuvor in Version 3.0 vor.
CD32 (1993)
Das CD32 ist die erste 32 Bit Spielkonsole mit CD-Rom Laufwerk der Welt. Es schlug andere Konsolen und PCs in Sachen Geschwindigkeit, Farbenvielfalt und Ton. Leider wurden die Fähigkeiten von den meisten Spielen nicht ausgenutzt. Das Joypad war billig verarbeitet.
Verkaufszahlen
Gegen Anfang des Jahres 1994 gibt Commodore erstmals bekannt, wie viele Amiga-Computer in Deutschland verkauft wurden (nach dem Stand vom 31.12.1993). Außerdem ist bekannt, wie viele
Amiga weltweit verkauft wurden:| A500: | 1.081.000 |
| A500+: | 79.500 |
| A600: | 193.000 |
| A1200: | 95.500 |
| A1000: | 127.500 |
| A2000: | 124.500 |
| A3000: | 8.300 |
| A3000T: | 6.000 |
| A3000T/040: | 80 |
| A4000/030: | 7.500 |
| A4000/040: | 3.800 |
| CDTV: | 25.800 |
| CD32: | 25.000 |
| DEUTSCHLAND: | 1.677.480 |
| WELTWEIT: | 7.195.480 |
Verkaufszahlen für Amiga 4000-T und A1200 (Amiga Technologies):
Weltweit wurden geschätzte 200 Stück Amiga A4000T von Commodore verkauft. Die Neuauflage von Amiga Technologies mit geändertem Gehäuse wurde ca. 2.000 Mal verkauft. Die Produktionskosten des Amiga 4000T waren für Amiga Technologies 40% höher als unter Commodore.
Am 13.09.1995 wurde der erste neu aufgelegte Amiga 1200 in Frankreich produziert. Amiga Technologies konnte bis 1995 ca. 20.000 Amiga 1200 verkaufen. Bis 1996 wurden 40.000 A1200 und 13.000 Monitore verkauft. Bis 1999 wurden davon nach Angaben von Petro Tyschtschenko 80.000 Stück verkauft. Insgesamt wurden ca. 120.000 "neue" A1200 produziert.
