Amiga 1060 "Sidecar"
1986 brachte Commodore Deutschland die PC-Erweiterung A1060 heraus. Sie wird auch "Sidecar" genannt, da man es seitlich an den A1000 anschließt und dies auch so auf der Platine innen vermerkt ist.
Die Erweiterung ist ein PC und soll professionelle MS-DOS Programme am Amiga 1000 nutzbar machen und dabei helfen, den A1000 im Büromarkt besser positionieren zu können. Es gab damals nicht viele
Programme für den Amiga und wegen der Workbench-Oberfläche und den Farbmöglichkeiten wurde er nicht als Bürocomputer akzeptiert. Die Erweiterung soll PC-Daten und Programme weiter nutzbar machen.
Auch kann man Texte und Daten in die Zwischenablage kopieren um so einen Text von einem MS-DOS Programm in ein Amiga-Programm zu übertragen. Der Vorteil beim A1060 ist, dass man die Amiga Tastatur
und Maus, sowie auch externe Amiga-Diskettenlaufwerke für die Eingabe am PC verwenden kann. Die mitgelieferte Workbench mit der sogenannten "Janus-Software" ermöglicht, die Bildausgabe vom Sidecar-PC
am Amiga-Monitor in einem Amiga-Fenster. Dies war selbstverständlich Multitasking, somit kann man das PC-Fenster zur Seite schieben und mit der Workbench arbeiten. Die PC-Software funktioniert
sowohl monochrom als auch mit bis zu 16 Farben, wobei es langsamer wird, je mehr Farben angezeigt werden und je mehr Änderungen es am Bildschirm gibt. Trotzdem ist das Sidecar ein sehr beeindruckendes
Stück Hardware, allerdings war es zu langsam und zu teuer und fand nur wenig Käufer. Der A1000 wurde trotz dem Sidecar im professionellem Markt nicht angenommen. Es zeigt sehr gut den technischen
Fortschritt der Amiga-Computer gegenüber er weit verbreiteten MS-DOS-PCs.
Das Sidecar ist eines der wenigen A1000-Erweiterungen von Commodore und benötigt die A1050 RAM-Erweiterung auf insgesamt 512 KB RAM. Nachfolger waren sogenannte Brückenkarten im A2000 und den Nachfolgenden Desktop und Tower-Amiga. Sie wurden im Zorro als auch im PC-Steckplatz eingesteckt. Die PC-Steckplätze waren schon im Amiga Computer vorhanden und wurden mit einer PC-Brückenkarte nutzbar. Das Sidecar funktioniert auch am Amiga 500, allerdings ist der Anschluss um 180 Grad gedreht sodass es mechanisch nicht passt.
An der linken Seite hat das Sidecar den Expansion-Port-Anschluss sowie zwei Joystick-/Mausanschlüsse, da es diese am A1000 verdeckt. Sie sind an der Front vom Sidecar zugänglich.
Das Sidecar wird somit an die rechte Seite vom A1000 angeschlossen und kann nicht frei positioniert werden. Es ist höher und tiefer als der A1000, doch das Design
ist ähnlich zu dem vom A1000, doch das Gehäuse ist aus Metall.
An der Front gibt es ein 5,25" Laufwerk, welches bei Auslieferung verbaut war. Verschiedene Modelle wurden während der Produktionszeit verbaut. Darunter sind die vom A1000 durchgeführten
Anschlüsse für Maus und Joystick. Rechts oben ist das Logo, das sich allerdings von allen anderen bei Commodore bzw. Amiga verwendeten Geräten unterscheidet. Es zeigt das Commodore-Logo und
den Amiga-Schriftzug, ist allerdings wegen des fehlenden bunten Amiga-Hakens anders als das vom A1000. Darunter ist eine Power-LED.
An der Rückseite gibt es drei Slotbleche für interne Erweiterungen. Rechts daneben der Lüfter sowie der Ein-/Ausschalter und der Stromanschluss. Der Strom geht in das Sidecar und das
herausführende Stromkabel muss in den A1000 eingesteckt werden. Der A1000 muss immer eingeschaltet bleiben, während der Haupt Ein-/Ausschalter nun am Sidecar sitzt und beide Geräte mit Strom
versorgt. Das ist nötig, damit der A1000 immer gleichzeitig zum Sidecar eingeschaltet wird, da sonst laut Handbuch Schäden an der Hardware auftreten können. Ganz unten gibt es einen Anschluss
für externe Amiga-Laufwerke, die dann vom Sidecar-PC angesprochen werden. Das Amiga 1010/1011/1411 hat dann 720 KB MS-DOS Format. Auch die seltenere A1020 5,25" Floppy
kann angeschlossen werden (360 KB, wie das interne Laufwerk im A1060).
Die Unterseite mit vier Korkplatten sowie dem Typenaufkleber. Die Erweiterung wird "Personal Computer" bezeichnet, da es ja einen (fast) kompletten IBM-PC enthält, doch das Sidecar kann nicht
ohne Amiga in Betrieb genommen werden. Hergestellt wurde das Gerät in Deutschland und es hat die Seriennummer 6790. Es gibt nicht viele Stück und es ist heute ein gesuchtes Sammlerstück.
Öffnet man das Gehäuse so kommt die Platine zum Vorschein. Darüber sitzt das Netzteil (hinten) und das vorne montierte 5,25" Laufwerk.
Entfernt man das Netzteil und das Laufwerk so sieht man zwei Platinen, welche normalerweise mittels zwei 34 Pin Floppy-Kabel verbunden sind. Die obere Platine beinhaltet den Anschluss
an den seitlichen A1000 Expansion Port. Die Joystick und Maus-Anschlüsse - wie hier zu sehen - sind einfach verlängert und mit angeschlossenem A1060 an der Vorderseite wieder zu finden.
Auffällig an der Unterseite der oberen Platine ist, dass sie viele Fehler beinhaltet. So mussten Arbeiter nachträglich Leiterbahnen durchtrennen, Kabel verlegen und Widerstände einlöten,
damit die Erweiterung funktionsfähig war.
Die untere Platine beinhaltet an der rechten Seite die drei ISA-Slots. Links daneben der große Chip ist die CPU 8088, daneben ein freier Sockel zur Erweiterung. Ganz links oben
sitzt der interne und darüber der externe Anschluss für Laufwerke. Rechts unten sitzen die RAM-Chips und darunter Einstellungsschalter zur Konfiguration. Links daneben ein ROM-Chip.
Ganz links unten sitzt der PC-Piepser.
Betriebssystem
Die mitgelieferte Software nach dem Start des "PC Color"-Modus. Das Commodore BIOS meldet sich und wie bei einem IBM-kompatiblen Computer wird nach einer Bootdiskette gesucht. Wenn diese geladen
ist, kann man mit z.B. einer Microsoft-DOS Version arbeiten. Die Eingabe erfolgt mit der Tastatur des A1000. nicht vorhandene Tasten werden mit Kombinationen erreicht.
Hier ist die Tabellenkalkulation von der damals beliebten Software Lotus 1-2-3 zu sehen. Interessant: Mit dem Multitasking des Amiga kann man das PC-Fenster wegschieben und weiter auf der
Workbench-Oberfläche arbeiten. Auch mehrere PC-Fenster sind möglich.
3D Modell
Nicht vorhanden!
Sammlung
Das abgebildete Gerät befindet sich in der Sammlung!
Das Sidecar habe ich Anfangs 2011 gekauft.
Das Sidecar habe ich Anfangs 2011 gekauft.
Dazu passend

